SO WIRD DAS VERBANDSGEMEINDEHAUS GEBAUT

Die Entwurfsplanung für das Verbandsgemeindehaus ist abgeschlossen. Das Projekt ist jetzt in der Phase der Bauausführungsplanung. Das hat der Verbandsgemeinderat zum Jahresende 2019 einstimmig beschlossen. Der Abschluss der Entwurfsplanung markiert einen Meilenstein auf dem Weg des Bauprojekts. Nun sind alle wichtigen Weichen gestellt, es ist im Wesentlichen klar, wie das Gebäude aussehen wird, wie und was gebaut wird. Der Kostenrahmen und der Zeitplan sind genau im Plan. Der Bauantrag ist gestellt. Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die Bauarbeiten im Frühjahr 2020.

 

 

Bild: So soll das neue Verbandsgemeindehaus in Montabaur aussehen. Der Entwurf stammt von den Hamburger BOF Architekten (Bild: BOF)

Perspektive neues VG-Haus Montabaur

Verbandsgemeindehaus setzt auf erneuerbare Energien

Energie tief aus der Erde und hoch vom Himmel wird beim neuen Verbandsgemeindehaus in Montabaur zum Einsatz kommen. Das Energiekonzept sieht vor, dass das neue Gebäude fast vollständig mit Geothermie geheizt und gekühlt wird. Außerdem soll ein Teil des Strombedarfs über eine eigene Fotovoltaik-Anlage abgedeckt werden. Das Energiekonzept ist Teil der Entwurfsplanung, die der Verbandsgemeinderat (VGR) einstimmig verabschiedet hat. Kosten und Zeitrahmen sind genau im Plan. Gleich am nächsten Tag unterzeichnete Bürgermeister Richter-Hopprich den Bauantrag. Damit beginnt jetzt die Phase der Ausführungsplanung; die ersten Bauarbeiten sind für März 2020 vorgesehen.

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Verbandsgemeindehaus setzt auf erneuerbare Energien

Am Tag nach der VGR-Sitzung unterzeichneten Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich (r.) und Architekt Ole Flemming die Bauanträge für das neue Verbandsgemeindehaus. Das war echte Handarbeit im ansonsten weitgehend digitalen Planungsprozess: Je 414 Unterschriften in 27 Aktenordnern leisteten die beiden Partner im Akkord. Nun liegen die Unterlagen bei der Kreisverwaltung zur Genehmigung – das kennt jeder Häuslebauer. (Bild: Olaf Nitz)

Geothermie

Beim Verfahren der Geothermie wird – vereinfacht gesagt – Wärme aus dem Boden gezogen um ein Gebäude zu beheizen. Oder es wird umgekehrt Wärme aus dem Gebäude an die Erde abgegeben um das Gebäude zu kühlen. „Wir haben umfangreiche geologische und geothermische Untersuchungen und Berechnungen machen lassen. Die Voraussetzungen für die Nutzung der Erdwärme sind sehr gut auf dem Grundstück am Gerberhof“, sagte Markus Felsing, Fachmann für Haustechnik und Sachgebietsleiter Gebäudemanagement bei der Verbandsgemeinde Montabaur. Wenn die Bauarbeiten im Frühjahr beginnen, werden zunächst Probebohrungen vorgenommen, um die Vorausberechnungen zu überprüfen. Wenn sich die Annahmen bestätigen, werden dann auf dem Grundstück verteilt insgesamt 20 Bohrlöcher 150 Meter tief ins Erdreich gesetzt und mit Spezialrohren ausgekleidet. Wenige Meter unter der Erdoberfläche werden diese Rohre miteinander vernetzt, so dass ein geschlossenes System mit einer Gesamtlänge von drei Kilometern entsteht. „Wenn sich die Prognosen für die Geothermie bestätigen, können wir auf einen Spitzenlastkessel zum Heizen oder zusätzliche Kühlaggregate verzichten. Dann sind wir beim Heizen und Kühlen weitgehend autark, kommen ohne fossile Energie aus“, so Felsing. Allerdings brauchen die Wärmepumpen für die Anlage Strom, der zugekauft wird. Und die Serverräume werden separat von einer speziellen Klimaanlage gekühlt, die ebenfalls über Strom läuft. Im Haus selbst werden Heiz-Kühl-Decken sowie eine kontrollierte Be- und Entlüftung in allen Räumen eingebaut. Das schafft ein angenehmes Raumklima, das sich an den Außentemperaturen orientiert. Auch der große Ratssaal, das Herzstück des neuen Gebäudes, wird über dieses System versorgt. Rund 840.000 Euro sind für die Geothermie im Kostenplan vorgesehen; darin sind die technischen Anlagen, die Erdbohrungen und das Verteilnetz im Haus enthalten.

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Geometrie

Dieses Schaubild zeigt, wie Geothermie funktioniert. (Quelle: Bay. Landesamt für Umwelt)

Fotovoltaik

 

Zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie wird das Verbandsgemeindehaus mit einer Fotovoltaik-Anlage ausgestattet. Allerdings sind die Möglichkeiten hierfür durch die Architektur und die Lage eingeschränkt. Auf der Rückseite des Gebäudes (Richtung Wilhelm-Mangels-Straße) sollen zwei längliche Flächen mit Fotovoltaik-Modulen bestückt werden, insgesamt rund 200 Quadratmeter. Damit können laut Berechnungen mindestens 23.000 KW Strom pro Jahr erzeugt werden, das entspricht gut 10% des Gesamtbedarfs. Der CO2-Ausstoß wird um 14 Tonnen pro Jahr reduziert und es werden mehr als 5.500 Euro Stromkosten gespart. Da die Fotovoltaik-Anlage 50.000 Euro kosten wird, hätte sie sich in weniger als zehn Jahren amortisiert. Kleiner Nachteil: Durch die Fotovoltaik-Flächen müssen die Fenster in den Toiletten entfallen. Eine zusätzliche Belüftung oder Beleuchtung wird allerdings nicht nötig sein, da beides ohnehin vorgesehen war.

Entwurfsplanung abgeschlossen: 
Der Abschluss der Entwurfsplanung markiert einen Meilenstein auf dem Weg des Bauprojekts. Nun sind alle wichtigen Weichen gestellt, …

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