Seitenansicht

Projektstand

Der Abschluss der Vorentwurfsplanung markiert einen Meilenstein bei einem solchen Bauprojekt. Deshalb war BOF Architekt Ole Flemming nach Montabaur gekommen, um den Ratsmitgliedern den überarbeiteten Entwurf vorzustellen und um Fragen zu beantworten. Viele bezogen sich auf die Fassade: „Wir schlagen vor, die Fassade durchgängig mit großflächigen Klinker-Schindeln zu verkleiden. Das gibt eine lebendige Farbmischung von Rot bis Braun. Außerdem greift es die Farbgebung des historischen Rathauses auf“, so Flemming. In die Fassade werden optisch unauffällige Niststeine für verschiedene Vogelarten integriert, eine Auflage des Naturschutzes. Eine innenliegende und deshalb praktisch unsichtbare Rinne fängt das Regenwasser vom Dach auf und leitet es ab. „Schnee bleibt nicht liegen. Dafür ist das Dach zu steil“, beruhigte Flemming die Sorgen der Ratsmitglieder. Die Tiefgarage unter dem Gebäude wird voraussichtlich 50 Stellplätze haben und über eine kleine Rampe mit der benachbarten städtischen Tiefgarage Nord verbunden. Wegen des hoch anstehenden Grundwassers auf dem Areal wird das Verbandsgemeindehaus in eine so genannte weiße Wanne gestellt, also in ein geschlossenes und wasserundurchlässiges Betonbett, um das Tiefgeschoss bestmöglich vor eindringendem Wasser zu schützen.

Auch das Thema Brandschutz ist schon weit fortgeschritten, denn das von Fachplanern vorgelegte Konzept wurde bereits mit der Kreisverwaltung abgestimmt. „Beim Energiekonzept setzen wir weiter auf Geothermie, eventuell ergänzt durch eine Erdgasheizung oder ähnliches“, führte Flemming aus, der damit auch die Arbeit der Haustechnik-Ingenieure vorstellte. Die Räume werden über die Decken und Böden geheizt bzw. gekühlt. „Für die Ausgestaltung der Geothermie sind allerdings noch weitere Untersuchungen, vielleicht sogar Probebohrungen notwendig. Damit haben wir einen auf Geothermie spezialisierten Geologen beauftragt“, informierte Projektleiter Stefan Baumgarten die Ratsmitglieder. Als gesichert gilt, dass der Baugrund bis zu einer Tiefe von 100 Metern homogen aufgebaut ist. „Das sind gute Voraussetzungen für die Nutzung von Geothermie“, so Baumgarten. Er zählte auf, dass in der aktuellen Phase ständig neue Fachplaner für Spezialaufgaben hinzugezogen werden: Vom Lichtplaner und Akustiker über Landschaftsarchitekten für die Freianlagen bis hin zu den Prüfstatikern seien zehn Büros am Projekt beteiligt, Tendenz steigend.

Präsentationen ansehen

Ole Flemming von BOF Architekten

Projektleiter Stefan Baumgarten von der Verbandsgemeinde

content-projektstand.jpg

Projektstand

Ole Flemming von BOF Architekten erläuterte den Entwurf des Gebäudes im Detail: Wie die Idee einst entstand und wie sie sich seit dem Architektenwettbewerb entwickelt hat. (Bild: Olaf Nitz)

„Das Projekt steht aktuell gut da!“ Dieses Zwischenfazit zog Architekt Michael Müller vom Büro Hitzler-Ingenieure, das mit der Projektsteuerung beauftragt ist. Seine Aufgabe sei es, so Müller, ständig die Kosten, Termine und den Fortgang der Planungen zu überwachen, abzugleichen und zu koordinieren. „Hier läuft nicht nur alles nach Plan, sondern es läuft bisher wirklich gut. Die Zusammenarbeit der Beteiligten klappt reibungslos, die Kommunikation ist offen“, lobte er das Projekt. Erfreulich: Nach aktuellem Planungsstand liegen die Gesamtkosten für das Projekt bei 31,5 Mio. Euro und damit rund 2 Mio. Euro unter dem vor Jahresfrist angenommen Kostenrahmen von 33,5 Mio. Euro. Zusätzlich wird mit einem Kostenrisiko kalkuliert, das Unvorhersehbares im Planungs- und Bauablauf abdecken soll. Dieses wurde vorsichtshalber von 4,5 auf 4,9 Mio. Euro erhöht, denn die Ausschreibungsergebnisse bei Bauleistungen seien derzeit schwer abschätzbar, so Müller.

Präsentation ansehen

Michael Müller von Hitzler-Ingenieure

content-hitzler-ingeneure.jpg

Müller Hitzler Ingenieure

Zufrieden mit dem aktuellen Stand zeigte sich Michael Müller von Hitzler-Ingenieure, der als externer Projektsteuerer Ablauf, Kosten und Termine überwacht. (Bild: Olaf Nitz)